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9. January 2017

Power-Fail-Mechanismen schützen vor Datenverlust

So robust SSDs im Vergleich zu HDDs sind – bei Stromausfall drohen auch bei Flash-basierten Speichern Datenverluste. Werden SSDs als Boot-Medien oder zum Speichern kritischer Daten in industriellen Anwendungen eingesetzt, müssen daher Datenträger zum Einsatz kommen, die Daten bei einem abrupten Spannungsabfall zuverlässig und möglichst umfänglich erhalten.
Das Risiko von Datenverlusten bei Stromausfällen kann bei Flash-basierten Speichermedien mit einer Reihe von Maßnahmen reduziert werden. Am Beispiel der 2,5″ SATA 6Gb/s SSD von Swissbit lässt sich der aktuelle Stand der Technik zeigen. Derzeit sind es im Wesentlichen drei aufeinander aufbauende Schutzstufen. Zunächst aber gilt es, die Herausforderung zu beschreiben: Bei einem geregelten Herunterfahren einer SSDs warnt der ATA-Befehl ‘standby immediate’ den Controller und er kann alle im Puffer befindlichen Daten fertig in die nichtflüchtigen NAND-Zellen schreiben. Sendet der Host bei einem abrupten Spannungsabfall diesen Befehl nicht, gehen alle noch nicht geschriebenen Informationen verloren – korrupte Dateien sind die Folge. Die erste Stufe muss daher die fehlende hostseitige ‘Vorwarnung’ ersetzen.

Stufe eins: Spannungsabfall entdecken

Der Controller eines Flashs überwacht die angelegte Betriebsspannung. Im Falle eines Stromausfalls wird ein Spannungsabfall bemerkt. Anhand von unterschiedlichen Schwellwerten kann die Firmware zwei Maßnahmen auslösen: den Stopp aller Operationen und ein Schreibschutzsignal (flash write protect, FWP). So wird beim ersten Schwellwert zunächst die Kommunikation zum Host gestoppt, während die Schreibvorgänge auf den Flash noch weiter gehen. Ist der zweite Schwellwert erreicht, wird das Schreiben unterbunden und so eine Speicherung korrupter Daten durch ein nur teilweises Programmieren von Flashseiten vermieden. Üblicherweise braucht ein Flash 3ms oder mehr, um das Schreiben abzuschließen. Bei Geräten, die mit 5,0V betrieben werden, wird der Halt aller Befehle an das Flash bei 4,0V ausgelöst und das FWP-Signal bei 2,4V. Bei 3,3-V-Geräten liegen die Schwellwerte für den Spannungsabfall bei 2,8 und 2,4V. Die Geschwindigkeit des Spannungsabfalls ist vom Host abhängig und kann langsam genug sein, um den geordneten Rückzug zu ermöglichen oder auch nicht. Reichte die Zeit nicht – was natürlich bei 3,3V Betriebsspannung mit den nahe beieinanderliegenden Schwellwerten häufiger vorkommt – so gibt es einen Firmware-Mechanismus, der teilweise programmierte Sektoren beim nächsten Start auf den vorherigen Wert zurücksetzt. So gehen zwar Daten verloren, aber die Korruption durch unterbrochene Schreibvorgänge wird verhindert.

Stufe zwei: eigene Spannungsreserve

Die zweite Power-Fail-Maßnahme setzt beim Spannungsabfall an. Normalerweise sind die Spannungskurven der Host-Spannung und der Spannung am Flash parallel. Die Aufgabe: mehr Zeit gewinnen und die Kurve des Spannungsabfalls am Flash abflachen. Die Lösung: Es werden Kondensatoren an die Flash-Spannungsversorgung hinzugefügt. Registriert der Controller den ersten Schwellwert und stoppt die Operationen gegenüber dem Host, entlädt er gleichzeitig diese Kondensatoren, um genügend Energie zum Abschluss der Schreibvorgänge zur Verfügung zu stellen. Diese Form des Power-Fail-Schutzes ist bei High-End-Server-SSDs und bei Industrie-SSDs wie etwa der bestehenden X-60- und der X-600-Serie von Swissbit verfügbar.

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Ausgabe:
www.swissbit.com

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