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15. Juli 2019

Überblick im Plattformdschungel

Für Unternehmen wird die Einführung von digital vernetzten Lösungen ein wichtiger Bestandteil ihrer digitalen Transformation. In den meisten Fällen werden Unternehmen dabei auf IoT-Plattformen von externen Anbietern zurückgreifen, da die Komplexität mit Eigenmitteln kaum beherrschbar ist. Dabei eine geeignete Auswahl zu treffen, kann sich als Herausforderung erweisen.

IoT-Plattformen bilden das Rückgrat von skalierbaren IoT-Anwendungen und -Services. Sie versetzen auch kleine und mittelständische Industrieunternehmen in die Lage, derartige Anwendungen und Services zu entwickeln und anzubieten. Bei der Auswahl stehen Unternehmen vor drei wesentlichen Herausforderungen: Zum Ersten geht es darum, einen Überblick über eine fragmentierte und kaum überschaubare Anzahl von IoT-Plattformen zu gewinnen. Daraus das passende Angebot auszuwählen, kann für das Anwenderunternehmen erheblichen Recherche- und Prozessierungsaufwand bedeuten. Daher kann es sinnvoll sein, die Anbieter zu kategorisieren und je Kategorie ein Shortlist von zwei oder drei Anbietern näher zu betrachten.

 (Bild: ©zapp2photo_Fotolia_165294159_XL)

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Langzeitwirkung beachten

Zum Zweiten ist es notwendig, zukunftsfähige ‚Make or Buy‘-Entscheidungen auf den einzelnen Ebenen des IoT-Stacks zu treffen. Die Zusammenarbeit mit einer IoT-Plattform wird in ihrer Langzeitwirkung oft unterschätzt. Denn abhängig vom jeweiligen Preismodell, vom möglichen Integrations-Pfad, vom denkbaren Betriebsmodell, und von weiteren Faktoren, kann die unternehmerische Handlungsfreiheit teils erheblich eingeschränkt werden. Zukünftige Anbieter oder Betreiber einer vernetzten Lösung sollten daher ein grundsätzliches Zielbild der digitalen Wertschöpfungstiefe entwickeln und damit die eigene digitale ‚Make or Buy‘-Strategie festzulegen.

Nichts ist perfekt

Zuletzt sollte der Umstand akzeptiert werden, dass wohl keines der Plattformangebote für eine spezifische Lösungsidee von sich aus perfekt ist. In der Praxis hat es sich daher bewährt, für die IoT-Plattformauswahl einen fachübergreifenden Kriterienkatalog und eine entsprechende Gewichtung festzulegen. Anbieter unterscheiden sich im Funktionsumfang, in den unterstützten Connectivity-Technologien, bei der Skalierbarkeit und Elastizität im Betrieb, bei der Leistungsfähigkeit des Partner-Ökosystems und nicht zuletzt beim Preis. Hinzu kommt, dass die Marketingmaterialien der Anbieter dem Entwicklungsstand der Plattformen oft weit voraus sind. Bei der Auswahl empfiehlt sich daher eine sorgfältige Anforderungsanalyse und -gewichtung, mit anschließendem Fähigkeitsnachweis im Proof-of-Concept. Ein entsprechender Kriterienkatalog kann dabei bis zu 80 kritische Parametern umfassen. Dieser Vorab-Invest macht sich jedoch in der Regel bezahlt, da frühzeitig die Kompromisse und Trade-Offs der jeweiligen Angebote sichtbar werden.

Vendoren vergleichen

Insbesondere die Auswahl der passenden IoT-Plattform sollte – möglichst funktionsübergreifend – in die gesamte IoT-Strategie eingebettet sein. Als Best Practice hat sich das folgende Vorgehen bewährt: Im ersten Schritt wird ein Zielbild für den IoT-Marktangang festgelegt und funktionsübergreifend eine Use Case Roadmap erarbeitet und die angedachte Fertigungstiefe festgelegt. Darauf aufbauend werden Kriterien für die Vendorenauswahl festgelegt. In Schritt zwei wird eine Plattform-Vorauswahl getroffen; sodann werden Auswahlkriterien gewichtet, wiederum funktionsübergreifend, und IoT-Lösungsszenarien erstellt. Letztere werden in Schritt drei je infrage kommende Plattform konkretisiert. Schließlich erfolgt die finale, funktionsübergreifende Bewertung der Plattformen aus der Shortlist entlang der zuvor erarbeiteten Auswahlkriterien. Die gesamte Vorgehensweise wird durch ein integriertes Toolset unterstützt. Dazu gehören etwa ein standardisierter Diagnose-Fragebogen, mit dem die angestrebte vernetzte Lösung erfasst wird. Ebenfalls enthalten ist eine methodische Vorgehensweise (‚Industrial Design Thinking‘) zur raschen Konkretisierung der angestrebten Lösung sowohl in kaufmännischer als auch in technischer Hinsicht. Zu guter Letzt kommt auch ein umfassender Kriterien-Katalog zum Einsatz, mit dem Lösungsangebote von Vendoren systematisch gegeneinander bewertet werden können.

Fazit

Der Weg zur vernetzten Lösung führt zwangsläufig über die Nutzung von Plattformangeboten. Mit einer bewährten Methodik kommt man als Unternehmen in drei Schritten zum geeigneten Anbieter. Diese Schritte zeichnen sich durch die Einbettung der Auswahlentscheidung in die gesamte IoT-Strategie sowie durch die Mitarbeit aller Funktionen aus. Damit können Unternehmen in kurz getakteten Projektphasen ihre Anforderungen an eine vernetzte Lösung formulieren und mit den passenden Anbietern die Umsetzung starten.

Thematik: Allgemein
www.mm1.de

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