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IoT-Statement

Ein neuer (alter) Stern

Was einst im ersten Anlauf mit Atmel-Prozessoren im Sande verlief, hat sich von Broadcom-Prozessoren angetrieben, zu dem Produkt in der Maker Community entwickelt. Jetzt schickt sich der Raspberry Pi an, auch den Embedded Computer Markt zu erobern. Die ersten Ansätze dafür waren schon auf der Embedded World 2017 und der SPS IPC Dives 2017 zu sehen. Man darf also gespannt sein, was im Februar in Nürnberg alles auf Basis des Produktes der Raspberry Pi Foundation gezeigt wird und vor allem von wem.

BU (Bild: TeDo Verlag GmbH)

(Bild: TeDo Verlag GmbH)

Bereits vor elf Jahren gab es, damals noch auf einer Lochrasterplatine, den ersten Anlauf: Basis war ein Atmel Prozessor, der sich aber als zu leistungsschwach entpuppte. Die Idee der Cambridge University, mit einem einfachen und günstigen Rechner die Programmierkenntnisse der Studienanfänger zu verbessern, war damit aber noch nicht gestorben. Mit günstigen ARM-Prozessoren wurde 2012 der zweite Anlauf auf Basis des BCM2835 von Broadcom gemacht. Der Raspberry Pi war geboren und er breitete sich mit einer rasanten Geschwindigkeit aus – nicht nur in der eigentlichen Zielgruppe der angehenden und aktiven Studenten, sondern auch bei Bastlern und gestandenen Entwicklern. Nach fünf Jahren Reifeprozess und gereiftem Feature Set, schickt sich der Raspi an, in die Königsklasse der Computer, die Embedded Computer, vorzudringen. So manch gestandenem Embedded Computer Hersteller ist, ob des Einzelpreises des Raspberry Pi, schon Angst und Bange.

Consumer goes Embedded – kann das funktionieren?

Vor etwa acht Jahren begannen die ARM-Prozessoren ihren Platz in der Welt der Embedded Computer zu suchen, bzw. diesen auszubauen. Damals wurde die Idee extrem günstige Lösungen zu bekommen von der Realität der Anforderungen an Embedded-Computer eingeholt. Die geringeren Preise für vergleichbare Rechenleistung wurde schnell durch deutlich höheren Softwareaufwand aufgefressen. Nicht nur bei den Embedded-Herstellern, von denen sich der ein oder andere beim ersten Design eine leicht blutige Nase holte, auch bei vielen ARM- und damit Linux-Neukunden trat sehr schnell eine gewisse Ernüchterung ein. Denn unterm Strich blieb kein Preisunterschied zum bis dahin etablierten x86 Atom Prozessor.

Zudem wurde nicht auf eine Lebensdauer von zwei Jahren entwickelt, sondern für deutliche längere Zyklen, was sich auch auf die erwarteten Herstellungskosten auswirkte. Der damalige Traum jedes Einkäufers ist damit nicht Wirklichkeit geworden. Der Herausforderung, den hohen Anforderungen des Embedded Computer Marktes gerecht zu werden, wird sich nun auch der Raspberry Pi stellen müssen. Hier geht es um Zuverlässigkeit, Einsatzfähigkeit im erweiterten Temperaturbereich, Eignung für erhöhte mechanische Belastungen und zuletzt die Langzeitverfügbarkeit. All diese Faktoren sind an und für sich nichts Neues. Jeder hat aber Anteil daran, dass Embedded-Hardware im Vergleich zu Consumer-Hardware teurer ist. Für einen geringen Preis müssen Einbußen bei den anderen Bereichen hingenommen werden. Dieser Realität wird sich auch ein Raspberry Pi beugen müssen. Vor ca. vier Jahren sagte mir ein Entwickler der schon damals daran arbeitete, den Raspi in größerem Stil einzusetzen „100 kaufen – 50 laufen stabil“. Diese Situation hat sich mittlerweile geändert. Die Qualität ist deutlich verbessert, auch schon um den berechtigten Ansprüchen der Maker gerecht zu werden. Diese Spezies ist zwar leidensfähig, freut sich aber dennoch darüber, zuverlässig funktionierende Hardware auf dem Tisch zu haben. Aber selbst bei dem heutigen Stand des Raspis zweifeln Entwickler, ob er für den Einsatz in OEM Applikationen geeignet ist.

Die Trümpfe des Raspi

Beim genauerem Hinsehen ist jedoch nicht der geringe Preis der Trumpf des Raspi, sondern die große Bandbreite an Peripheriegeräten und Software, die mittlerweile dafür verfügbar ist. Damit erinnert er an den fulminanten Start des iPhones mit seinem damals explodierenden Eco-System an Apps.

Autor: Peter Ahne,
Product Marketing Manager EMEA,
Portwell Deutschland GmbH,
www.portwell.de

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