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SUSiEtec: Ein IoT Software Framework vom Sensor bis in die Cloud

Die zunehmende Vernetzung industrieller Computersysteme stellt Systemintegratoren vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Bei SUSiEtec von der S&T Technologies handelt es sich um ein IoT Software Framework, das als ‚Klebstoff‘ die sichere Verbindung der Geräte untereinander und mit der Cloud herstellt. SUSiEtec fügt die IoT-Infrastruktur – vom Sensor bzw. Aktor über den Edge Computer und die Embedded Cloud bis zur Private oder Public Cloud – wie Puzzleteile zusammen und verbindet diese zu einem Gesamtpaket.

Auf der diesjährigen SPS IPC Drives gaben Bernhard Günthner (Geschäftsführer S&T Technologies) und Russel Agrusa (CEO Iconics) die Partnerschaft der Unternehmen bekannt. Bestens bewährte Scada-Funktionen werden nun in Verbindung mit SUSiEtec cloudfähig gemacht. (Bild: Kontron S&T AG)

Auf der diesjährigen SPS IPC Drives gaben Bernhard Günthner (Geschäftsführer S&T Technologies) und Russel Agrusa (CEO Iconics) die Partnerschaft der Unternehmen bekannt. Bestens bewährte Scada-Funktionen werden nun in Verbindung mit
SUSiEtec cloudfähig gemacht. (Bild: Kontron S&T AG)

 (Bild: Kontron S&T AG)

(Bild: Kontron S&T AG)

Verbindung zwischen Hardware, IT und Fabrik

Die S&T war bis zur Übernahme von Kontron im Jahr 2017 ein klassisches Systemhaus mit Fokus auf IT-Dienstleistungen. Da Cloud Computing und Connected Devices in der IT schon länger etabliert sind, konnte die S&T in diesem Bereich bereits jahrelang Erfahrungen sammeln. Diesen Erfahrungsschatz im Bereich Software und Vernetzung vereint nun die S&T Technologies als Entwickler und Anbieter des IoT Software Frameworks SUSiEtec. Als weitere Tochter der S&T Gruppe profitiert nun auch Kontron als Anbieter industrieller Embedded/IoT Module, Boards und Systeme, einschließlich der zukunftsweisenden offenen Standards TSN und OPC UA für die deterministische und sichere Kommunikation von der Cloud über Edge bis zur Feldebene hiervon. Die Zusammenarbeit der beiden Konzernschwestern schafft die Verbindung zwischen der etablierten Embedded Computer Technologie und der Unternehmens-IT, einschließlich Cloud. Die Fähigkeit, OT (Operational Technology) und IT (Information Technology) im Zeitalter von Industrie 4.0 aus einer Hand anbieten zu können, ist enorm selten, sehr gefragt – und wird mit SUSiEtec adressiert. Die Vorteile von Public Clouds wie Microsoft Azure oder Amazon Web Services liegen auf der Hand: Unternehmen müssen sich, wenn sie sich für diese Cloudanbieter entscheiden, nicht selbst um den Aufbau und Betrieb der Infrastruktur kümmern. Damit entfallen rund 50 Prozent des Aufwands. Aber die großen Cloud Provider sind nicht darauf eingestellt, für ihre Kunden individuelle Anpassungen vorzunehmen. Sie bieten nur ein Basisprodukt; ein indvidueller Zuschnitt auf die Kundenwünsche und -bedürfnisse ist nicht vorgesehen. Hier kommen Kontron und die S&T Technologies mit SUSiEtec ins Spiel. Was bei Betriebssystemen das Board Support Package ist, ist bei der Cloud die Netz-Adaption, die Kontron bzw. S&T Technologies mit SUSiEtec übernehmen. Hierbei kann der Kunde auf das modular aufgebaute Software Framework zugreifen und dabei nur diese Elemente einsetzen, die für seine individuelle Lösung benötigt werden. Die Nutzung einer Public Cloud erfordert eine realistische, differenzierte Betrachtung, und ihre Eignung hängt sehr von der Anwendung ab. Das gilt insbesondere für Branchen, in denen Bruchteile von Sekunden bei der Maschinensteuerung ausschlaggebend sind oder Echtzeitauswertungen von Daten für schnelle Entscheidungsprozesse, die z.B. im Rahmen von Machine Learning an der Maschine gefragt sind. Die etablierten Clouds weisen mittlerweile ein sehr großes Leistungsspektrum auf. Limitierungen in puncto Bandbreite und Latenzzeiten bleiben jedoch noch auf absehbare Zeit bestehen. Das Konzept der ‚Digital Twins‘ in der Cloud für Maschinen ist sicher zukunftsweisend, aber derzeit für die meisten Branchen noch keine echte Alternative zur Maschinensteuerung vor Ort. Zudem fühlen sich viele Unternehmen, nicht nur in Deutschland, nach wie vor sicherer, wenn sie ihre Daten traditionell auch physisch im Haus behalten. Anstatt alles in die Cloud auszulagern, gilt bei vielen Unternehmen das Motto: Nur Daten, die nicht sicherheitsrelevant und zeitkritisch sind kommen in die Cloud.

 (Bild: Kontron S&T AG)

(Bild: Kontron S&T AG)

Schnell, sicher und flexibel: ‚From Edge to Fog to Cloud‘

Mit SUSiEtec wird der ‚From-Edge-to-Fog-to-Cloud‘-Ansatz unterstützt. Das heißt, Unternehmen werten ihre Daten genau dort aus, wo es nötig ist. Weitergehende Auswertungen oder historische Daten werden – sofern keine Sicherheitsbedenken dagegen sprechen – in die Cloud verlagert. Am Rande des Netzwerks, der sogenannten Edge, werden Daten erfasst und durch intelligente IoT-Devices und Edge Analytics für die Maschinensteuerung ausgewertet und gefiltert. Nur für die weitere Auswertung werden wichtige Daten in die Embedded Cloud, also die produktionsnahe firmeninterne private Cloud, weitergeleitet. Sofern dann noch notwendig, können gefilterte und weniger zeitkritische Daten in eine Public Cloud ausgelagert werden. Kontron hat Microsoft Azure als bevorzugte Plattform für IIoT-Lösungen gewählt. SUSiEtec hebt damit die herkömmlichen Grenzen zwischen Datenerfassung, -verarbeitung und -bereitstellung auf, wodurch die Integration von IT und OT möglich wird. SUSiEtec ist komplett in den Gateway-, Fog-Computing- und Server-Plattformen von Kontron integriert, von denen die meisten bereits heute ‚Azure Certified for IoT‘ sind. Mit Microsoft Azure IoT Edge und SUSiEtec wird Kunden die nahtlose Skalierbarkeit der Rechenleistung zwischen Computing-Ressourcen am Device, in der Embedded Cloud, im On-Premise-Rechenzentrum oder in der Public Cloud ermöglicht. Hierdurch können sie beispielsweise dynamisch entscheiden, wo die Datenanalyse erfolgen soll; je nachem, welches Sicherheits- oder Leistungniveau erwünscht ist. Für die Anpassung der Applikations-Landschaft an den ‚From-Edge-to-Fog-to-Cloud‘-Ansatz beim Kunden nutzen Kontron und S&T Technologies die Container-Technik. Bei dieser Technik, z.B. mit Docker als Technologiebasis, wird die Anwendung mitsamt ihrer Abhängigkeiten isoliert und kann dann wie eine Datei von System zu System verschoben werden und unabhängig von der Hardware laufen. SUSiEtec übernimmt dabei auch die ‚Containerisierung‘ bestehender Anwendungen.

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